Ginna Andresen
Jahrgang 1973

meine Qualifikationen:

mehrjährige Ausbildungen: Heilpraktikerin (1997-2001) Shiatsu-Therapeutin (1999-2002) Alcelsa®-Therapeutin (2007-2011)
Fortbildungen (Auswahl): Traditionelle Chinesische Medizin, Masunaga-Meridianarbeit, klass. Massagen, Fußreflexzonentherapie, shamanische Medizin
eigene Körperarbeit: Osteopathie, Callanetics®, Ismakogie®, Pilates®, Yoga, Tai Chi, Qi Gong, Judo, Hapkido, phillipinischer Stockkampf, Ballett, Modern Dance, orientalischer Tanz, Trancetanz, Meditation

meine Geschichte:

Mein erstes Callanetics-Buch bekam ich Mitte der 80er Jahre zu meinem 15. Geburtstag geschenkt. Meine Motivation, mich in dieses Training reinzufuchsen und es täglich zu absolvieren, hatte zu diesem Zeitpunkt nichts mit frühem Gesundheitsbewusstsein zu tun:

Wie leider viel zu viele Frauen bin ich schon sehr früh darauf konditioniert worden, meinen Körper als grundsätzlich nicht dünn (und damit nicht schön und liebenswert) genug zu verachten.
Mit 9 Jahren machte ich meine ersten Diäten, ab 12 regelmäßiges Figur-Training. Mit 19 war ich dann manifest ess-, verdauungs- und bewegungsgestört. Bei real ca. 5, aber gefühlt mindestens 50 Kilo Übergewicht schleppte ich meinen verhassten Körper mit der Anmut eines Sacks Zement durch die Gegend. Ich trainierte verbissen, aber das half natürlich wenig gegen die Essstörungen und den Selbsthass.

Glücklicherweise entdeckte ich mit Anfang 20 meine Begeisterung für das Tanzen.
Die Erfahrung, wie viel Leichtigkeit und Lebensfreude die wiedergewonnene Lust an der freien Bewegung zurückbrachte, richtete mein Interesse auf die Zusammenhänge von Körper, Geist & Seele.

Während meiner Ausbildungen in ganzheitlicher Medizin (nicht ohne Grund mit dem Fokus auf Körperarbeit) begriff ich, dass jene weit verbreitete, oft belächelte und von mir selbst als peinlich empfundene „weibliche Zivilisationsneurose“ alles andere als harmlos ist.
Kein gesundes Selbstbewusstsein ohne gesundes Körperbewusstsein.
Wer früh lernt, den sichtbaren, spürbaren, irdischen Ausdruck des Selbst – den eigenen Körper – zu hassen, kann unmöglich umfassende Selbstliebe, Selbstachtung und Selbstgewissheit entwickeln.

Diese tiefgreifende Störung des Selbst(wert)gefühls lässt sich auch durch das Erreichen eines idealen Body-Mass-Indexes nicht heilen.
Die frühe Ablehnung meines Körpers und die daraus resultierende innere Abtrennung von ihm hinterließ eine grundsätzliche Heimatlosigkeit in mir, mit der ich mich noch oft auseinandersetzen musste: Das Gefühl, keinen Platz im Leben zu haben und ihn auch nicht zu verdienen.
Unser Körper ist unser Heim auf Erden. Wenn wir uns in uns selbst nicht zuhause fühlen können, werden wir dieses Gefühl nirgendwo anders wirklich finden.

Callanetics blieb über die Jahre meine treue Begleiterin; nun mit dem Fokus, mit dem es entwickelt worden war: Hilfe zur Selbsthilfe, um das Halte- und Bewegungssystem des Körpers zu entspannen, zu stabilisieren und Belastungen auszugleichen.

Mit Mitte 30 “entdeckte” ich die Beckenbodenspannung als Basis, nachdem ich durch Pilates- und Ismakogie-Übungen den Trick gelernt hatte, sie zu aktivieren.
Das Grundprinzip, von diesem Zentrum aus den Muskeltonus im Körper zu aktivieren, liess sich hervorragend mit den Callanetics-Übungen kombinieren und veränderte sie: Sie wurden noch einfacher, entspannter, minimalistischer, bewusster – und deutlich effektiver.

Wie von selbst richtete sich mein Oberkörper befreit auf der neuen Kraft im Unterbauch auf. Gestraffte Schultern öffneten den Brustkorb. In Becken und Rumpf waren die Muskeln bald wie ein inneres Stützkorsett zu fühlen, und das Gehen wurde zu einer federnden, schwebenden, getragenen Angelegenheit. Mein durch chronischen Blähbauch verhärteter Solarplexus entspannte sich; meine Verdauung rhythmisierte sich. Organe wie Leber, Magen, Gebärmutter stabilisierten sich im Bauchraum. Nach einigen Monaten war eine generalisierte venöse Abflussstörung inklusive 1½ Liter Wasser im Gewebe verschwunden.

Ich begriff, dass sich dieser Puls aus rhythmischer Spannung & Entspannung, den ich da vom Beckenboden aus durch den Körper schickte, in alle Gewebestrukturen fortsetzen musste. Als ich herausfand, dass das Körpernetzwerk des Bindegewebes im Perineum zentral verschaltet ist, wurde mir klar, wie entscheidend der Tonus des Beckenbodens für den Tonus im gesamten Gewebe ist.

Der Beckenbodenpuls als Taktgeber dieses gesunden Ganzkörpertonus ist dabei so physiologisch wie analog der Atem oder die Tätigkeit des Herzmuskels:
Einatmen/Ausatmen, Ausdehnen/Zusammenziehen, Öffnen/Schließen, Entspannen/Anspannen – der Grundrhythmus des Lebens.
Mit Aranea lässt sich dieser vitalisierende Puls in der Tiefe des eigenen Schoßes erzeugen und willentlich bis in den letzten Winkel des Körpers ausbreiten – bis jede einzelne Zelle mitswingt.

Das sog. Hara, das Kraftzentrum im Unterbauch, aus dem heraus ich als Shiatsu-Therapeutin behandelt, als Yogi balanciert und als Kampfsportlerin getreten habe, ist nicht nur das energetische Zentrum des Körpers, sondern auch die Basis, der Schwerpunkt seiner gesunden Statik. Das habe ich erst durch Aranea wirklich erfahren.
Es ist einfach großartig, zu erleben, wie viel physische und psychische Kraft, Getragenheit, Leichtigkeit und selbstbewusste Präsenz die Aufrichtung auf dem Beckenboden und die Zentrierung in der eigenen Achse mit sich bringt.

Dass ich durch Aranea so ganz „nebenbei“ meinen Körper mit Anfang 40 in eine Form gebracht habe, für die ich mit Anfang 20 ohne Zögern meinen rechten Arm gegeben hätte, ist dabei eine nicht unerhebliche persönliche Genugtuung.

Ginna Andresen©